„Was Besseres konnte uns nicht passieren, als diese Wohnung hier.“ Die Freude über den neuen Wohnungsschlüssel für die behindertengerechte Wohnung steht Ramona und Günter Kutschenreuter ins Gesicht geschrieben. Am Donnerstag, den 16.08.2007 konnten der Rollstuhlfahrer und seiner Frau ihn aus den Händen von Helmut Müller, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft, in der August-Bebel-Straße 22 entgegen nehmen.
Der täglich Weg an die frische Luft war für Günter Kutschenreuter , der jetzt schon seit sechs Jahren im Rollstuhl sitzt, und seine Frau jedes Mal eine kraft- und zeitaufwändige Prozedur. Von ihrer Wohnung in der Karl-Marx-Straße im zweiten Obergeschoss aus konnte das ohne Helfer nicht bewerkstelligt werden. Deshalb hat sich der Rollstuhlfahrer nach einer anderen Wohnung umgesehen und plante einen Umzug nach Gera. Doch „alte Bergaer lassen wir nicht weg“, wie Helmut Müller am Donnerstag betonte. Der WBG-Aufsichtsrat genehmigte den barrierefreien, behindertengerechten Um- und Ausbau eines seit Jahren leer stehenden Flachbaus, den der künftige Mieter noch aus Zeiten seiner Berufstätigkeit kennt. „Trotz angekratzter finanzieller Situation“ investierte die WBG Berga hier gut 30.000 €. Und des Ergebnis kann sich wahrlich sehen lasse. Ein richtiges Schmuckstück ist entstanden. Hell und freundlich, geräumig, genug Platz für den Rollstuhl und mit Rampen an der Eingangstür sowie an der Balkontür des Wohnzimmers bietet die 75-Quadratmeter-Wohnung barrierefreien Komfort zum Wohlfühlen und eine Grünanlage direkt vor dem Haus. So werde es leichter sein, das Leben im Rollstuhl zu meistern, versichert Müller und zieht vor allem auch vor Ramona Kutschenreuter den Hut, die beharrlich darum kämpft, dass ihr Mann aktiv am Leben teilhaben kann. Bürgermeister Stephan Büttner wünscht der Familie „alles Gute im neuen Heim“ und dankt der WBG dafür, dass sie sich der Verpflichtung gestellt und Sorge dafür getragen hat, dass die Familie in Berga bleiben kann. Bei Bedarf sicherte Büttner weitere Unterstützung zu.
Auch Ramona Kutschenreuter dankt herzlich für die Hilfe, die ihr – zum Teil auch wider Erwarten – gezeigt habe: „Wir stehen nicht alleine da“. Und freut sich, das ihr Mann trotz Behinderung und Rollstuhl wieder besser, aktiver am Leben teilnehmen kann.
Einen Zuschuss für die notwendige Ausstattung erhielten die Kutschenreuters von ihrer Pflegekasse, der Gmünder Ersatzkasse. Dafür und für die gute Unterstützung darüber hinaus möchte die Bergaerin ebenfalls herzlich danken.
OTZ vom 18.08.2007 |